160 Jahre Klinikum Frankfurt Höchst: Bewahrenswertes mit Hochmodernem verbinden

Vom Gesindehospital zum hochmodernen Krankenhaus der Zukunft

Blühender Handel und fortschreitende Industrialisierung am Main ließen die Einwohnerzahlen von Höchst im 19. Jahrhundert deutlich ansteigen. Um die Versorgung der Beschäftigten auch im Krankheitsfall zu gewährleisten, gründete der Höchster Industrieverein im Januar 1858 eine Stiftung zur Einrichtung eines Handwerker- und Gesindehospitals. Dies gilt als Geburtsstunde des kommunalen Krankenhauses Klinikum Frankfurt Höchst. 

Das am 1. August 1858 eröffnete Hospital verfügte über nur vier Betten und war in den 17 Jahren seines Bestehens in verschiedenen Privathäusern zur Miete untergebracht.  

1875 begann unter kommunaler Regie der Bau eines eigenen Krankenhauses in Höchst. Der Bau wurde durch die Spende von Dr. Alfred Brüning, Mitinhaber der Farbwerke Hoechst und Vorstand des Hospitalvereins, ermöglicht. Das Krankenhaus nahm seinen Betrieb im September 1876 auf und wurde in den folgenden Jahren sukzessive ausgebaut. 

Erste Schritte zur Professionalisierung der Pflege 

Steigende Patientenzahlen erforderten neue Lösungen für Pflege und Verköstigung. Waren diese Bereiche zunächst vom Spitalmeister und seiner Frau geführt, so schloss die Stadt Höchst 1887 einen Vertrag mit den Dernbacher Schwestern vom Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi, die in Höchst seit 1861 eine ambulante Krankenpflege unterhielten. Bis Ende der 1930er Jahre wuchs der Konvent auf 50 Schwestern an, und noch bis 1955 waren die Dernbacher Schwestern für die Pflege in Höchst verantwortlich. 

Mit der Berufung des Arztes Paul Schwerin begann in Höchst eine Ära der umfassenden Modernisierung. Der Bau wurde erweitert, die personelle und technische Ausstattung verbessert. Und auch auf medizinischem Gebiet machte das Klinikum Frankfurt Höchst auf sich aufmerksam: Als erstem Mediziner gelang Dr. Paul Schwerin 1902 ein chirurgischer Eingriff am rechten Vorhof des Herzens. Damit wurde das Krankenhaus über die Heimatgrenzen hinweg sogar international berühmt. 

Vom Krieg blieb Höchst weitgehend verschont, und so erlebte das Krankenhaus das Kriegsende als einziges in Frankfurt nahezu unbeschädigt. Während des Wirtschaftsaufschwungs in den 1950er und 1960er Jahren wurde das Haus erneut ausgebaut und das medizinische Angebot erweitert. Als die Augenklinik 1968 ihren Betrieb aufnahm, war aus dem Krankenhaus ein modernes Klinikum geworden.  

Das Klinikum Frankfurt Höchst heute: beste Medizin für die Stadt 

50 Jahre später, zu seinem 160. Geburtstag im Jahr 2018, präsentiert sich das Klinikum Frankfurt Höchst, verwurzelt in seiner langen Tradition, als leistungsstarker Maximalversorger im größten kommunalen Klinikverbund der Region, der Kliniken Frankfurt-Main-Taunus GmbH. In den 22 Kliniken, Instituten und Fachabteilungen werden allein am Standort Frankfurt-Höchst jährlich mehr als 37.000 stationäre und 100.000 ambulante Patienten versorgt. Über 2.000 Mitarbeiter – davon rund 1.000 allein im Pflegedienst – setzen sich täglich mit modernster Diagnostik und Therapie für die Gesundheit der Patienten ein. Fünf Schulen für pflegerische und nichtärztliche medizinische Fachberufe leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausbildungsangebot in der Region. Mit jährlich über 2.300 Geburten ist das Klinikum die zweitgrößte Geburtsklinik Hessens.  

Obwohl immer wieder ausgebaut und modernisiert, stößt das Hochhaus aus den 1960er Jahren nicht nur räumlich an seine Grenzen. Um den Ansprüchen moderner Medizin und Pflege auch in Zukunft gerecht zu werden, entsteht daher derzeit ein hochmoderner Neubau. Dieser soll 2020 fertiggestellt werden. Der Neubau des Klinikums Frankfurt Höchst vereint Innovation und Nachhaltigkeit und setzt als erste Passivhausklinik Europas neue Maßstäbe. Begleitet wird der Neubau vom Passivhaus Institut in Darmstadt. 

Das Klinikum der Zukunft: moderne Arbeitsbedingungen, verbesserte Abläufe 

Bei der Planung des Neubaus stand eine moderne und wirtschaftliche Infrastruktur im Vordergrund. Denn das hohe Niveau der Gesundheitsversorgung in Einrichtungen der Maximalversorgung steht und fällt mit effizient angelegten Abläufen, die auch räumlich zu berücksichtigen sind. 

Der Neubau wird eine Gesamtfläche von rund 79.000 Quadratmetern haben. Rund 34.450 Quadratmeter hiervon werden Nutzfläche sein. Geplant sind unter anderem zehn OP-Säle und ein Hybrid-OP, der mit hochmodernen Medizingeräten ausgestattet sein wird. Dank präziser Bildgebung sind dann minimalinvasive Eingriffe möglich, die für den Patienten noch schonender sind. Eine Besonderheit des Neubaus ist auch das sogenannte Höchster Zimmer: In Zweibettzimmern kann das hintere Bett aus dem Zimmer geschoben werden, ohne das vordere Bett verrücken zu müssen – eine große Erleichterung für Patienten und Pflegepersonal. 

Neben den OPs und Diagnostikbereichen werden ausreichend große Verkehrsflächen (Wartebereiche, Flure etc.) geplant, die überall ungehindertes Arbeiten erlauben. Aufzugskapazitäten werden den Anforderungen des Betten-, Patienten- und Besucherverkehrs und auch der Logistik genügen. 

Neben der Neubaumaßnahme wird im Klinikum auch die Digitalisierung entschlossen vorangetrieben. Ob Einführung der elektronischen Fieberkurve, Anbindung medizintechnischer Geräte an die Krankenhaussoftware oder neue Dokumentationssoftware in der Zentralsterilisation: Die neue Infrastruktur des Klinikums Frankfurt Höchst verspricht optimierte Arbeitsabläufe und attraktive Arbeitsbedingungen – gerade auch in der Pflege. Der größte Teil der Stationen ist bereits jetzt in das Projekt „Digitale Patientenakte“ integriert unter Anwendung der NANDA-I-Pflegediagnosen und auf Basis der Pflegeklassifikation European Nursing care Pathways (ENP). Dafür stehen unseren Mitarbeitern modernste mobile Visitenwagen zur Verfügung.

 

 

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